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Überverkauf vermeiden, wenn Sie auf Shopify, Amazon, eBay und Otto verkaufen

Wer dieselbe Ware im eigenen Shopify-Shop und auf Marktplätzen anbietet, verkauft früher oder später ein Stück zweimal. Der Grund ist selten ein einzelner Fehler, sondern der Aufbau: mehrere Zahlen für dieselbe Ware, Meldungen mit Verzögerung und Bestellungen, die schon verkauft, aber noch nicht abgebucht sind. Dieser Artikel zeigt, wie Sie den Abgleich aufbauen, welche Zahl Sie melden, ob ein Puffer hilft und was ein Storno wegen fehlender Ware kostet.

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Warum Überverkauf entsteht

Ein Überverkauf heißt: Zwei Käufer haben dasselbe Stück bezahlt, im Regal liegt aber nur eins. Bei einem einzigen Shop schützt die Bestandsverfolgung des Shopsystems recht zuverlässig davor. Sobald Marktplätze dazukommen, gibt es für dieselbe Ware mehrere Angebote, und jedes hat seine eigene Menge. Diese Mengen müssen Sie gleich halten, und genau dabei entstehen die Lücken.

In der Praxis gehen fast alle Fälle auf eine von vier Ursachen zurück:

  • Mehrere Zahlen: Die Menge wird an mehr als einer Stelle von Hand gepflegt, etwa im Shop und zusätzlich im Verkäuferkonto eines Marktplatzes.
  • Verzögerung: Eine Änderung braucht Minuten oder länger, bis sie auf dem Marktplatz ankommt. In dieser Zeit verkauft der Marktplatz mit der alten Menge.
  • Offene Bestellungen: Ware ist bestellt, liegt aber noch im Regal und wird als verfügbar gemeldet.
  • Einstellungen: Ein Artikel darf im Shop über null hinaus verkauft werden, oder die Bestandsverfolgung ist ausgeschaltet.

Ein führender Bestand

Die wichtigste Entscheidung ist, wo die Menge einer Ware festgelegt wird. Es darf nur einen Ort geben. Alle anderen Stellen bekommen die Menge von dort gemeldet und werden nie von Hand geändert. Ob dieser Ort Ihr Shopify-Shop ist, eine Lagersoftware oder ein anderes System, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass jede Buchung dort landet: Wareneingang, Versand, Retoure, Bruch, Inventurkorrektur.

Viele Händler nutzen den Shopify-Shop als Mitte und verbinden die Marktplätze über Apps. Die App übernimmt die Menge aus dem Shop und meldet sie an den Marktplatz, und Bestellungen vom Marktplatz kommen über dieselbe App in den Shop. Das funktioniert, solange niemand auf dem Marktplatz selbst Mengen ändert. Eine Korrektur direkt im Verkäuferkonto wird beim nächsten Abgleich überschrieben oder, schlimmer, sie bleibt stehen und weicht ab.

  1. Legen Sie für jede Ware fest, welches System die Menge führt.
  2. Schalten Sie in jeder Marktplatz-App ein, dass die Menge aus diesem System übernommen wird.
  3. Sorgen Sie dafür, dass niemand Mengen direkt auf dem Marktplatz ändert.
  4. Prüfen Sie, dass Retouren und Inventurkorrekturen im führenden System gebucht werden, nicht nur im Regal.

Melden Sie nur, was noch frei ist

Der Regalbestand ist nicht die Zahl, die Sie melden sollten. Zwischen Bestellung und Versand liegen Stunden, am Wochenende auch Tage. In dieser Zeit liegt die Ware noch im Regal, gehört aber schon einem Käufer. Melden Sie den Regalbestand, bieten Sie sie ein zweites Mal an.

Die gemeldete Menge ist deshalb: Bestand im Regal minus Ware in offenen, noch nicht versendeten Bestellungen aus jedem Verkaufsweg, abgerundet auf ganze Stück und nie unter 0. Sobald eine Bestellung versendet und abgebucht ist, zählt sie nicht mehr als offen, sonst ziehen Sie sie doppelt ab.

Ist Ihr Shopify-Shop die Mitte, erledigt Shopify diesen Abzug für Bestellungen im Shop bereits selbst. Laut Shopify-Hilfe gilt Ware in noch nicht erfüllten Bestellungen als „Zugesagt“ und ist in „Verfügbar“ nicht mehr enthalten. Übernimmt eine Marktplatz-App diese Zahl, ziehen Sie offene Bestellungen nicht noch einmal ab; welche Zahl die App liest, steht in ihrer Doku.

Ein Sonderfall sind Bestände an einem anderen Ort, etwa bei einem Fulfillment-Dienstleister oder im Lager eines Marktplatzes. Diese Ware ist ein eigener Bestand und darf nicht zu Ihrem Regal addiert werden, sonst melden Sie Stücke, die Sie selbst gar nicht versenden können.

Der Takt der Apps: wie lange eine Änderung braucht

Selbst wenn die Zahl im führenden System richtig ist, kommt sie nicht sofort auf dem Marktplatz an. Jede App, die Shop und Marktplatz verbindet, arbeitet nach ihrem eigenen Takt: manche übernehmen Änderungen innerhalb weniger Minuten, andere in festen Abständen.

Diese Lücke lässt sich verkleinern, aber nicht schließen. Verkauft sich das letzte Stück im Shop, kann ein Käufer auf dem Marktplatz es in den folgenden Minuten noch bestellen.

  1. Schlagen Sie in der Doku jeder Marktplatz-App nach, wie oft sie Mengen überträgt, und notieren Sie den Wert.
  2. Prüfen Sie, ob die App bei jeder Änderung meldet oder nur in Abständen. Lässt sich der Abstand einstellen, wählen Sie den kürzesten, den die App erlaubt.
  3. Testen Sie es: Ändern Sie die Menge eines Artikels im führenden System und messen Sie, wann sie auf dem Marktplatz sichtbar ist.
  4. Richten Sie einen regelmäßigen Abgleich ein, der die Mengen auf jedem Marktplatz mit dem führenden Bestand vergleicht, zum Beispiel einmal pro Nacht. Er fängt Meldungen auf, die unterwegs verloren gingen.

Puffer ja oder nein?

Ein Puffer heißt: Sie melden an die Marktplätze etwas weniger, als frei ist. Die letzten Stücke bleiben dem eigenen Shop vorbehalten, wo ein Verkauf ohne Verzögerung abgebucht wird. Ein Puffer verkleinert die Lücke aus dem Takt der Apps, kostet aber Verkäufe: Solange die letzten Stücke im Puffer liegen, ist der Artikel auf dem Marktplatz ausverkauft.

Ob sich das lohnt, hängt von zwei Fragen ab. Wie teuer ist ein Storno auf diesem Marktplatz (dazu unten mehr)? Und wie oft verkauft sich die Ware in der Zeit, die eine Änderung braucht? Bei Ware, die sich wenige Male pro Woche verkauft, ist das Risiko klein, und ein Puffer verschenkt mehr, als er schützt. Bei Ware, die sich in einer Stunde mehrfach verkauft, und bei Einzelstücken ist ein Puffer von ein oder zwei Stück oft sinnvoll.

Beispielrechnung (frei gewählte Zahlen): Im Regal liegen 40 Dosen Tee. Sechs Dosen stecken in offenen Bestellungen, frei sind also 34. Mit einem Puffer von zwei Stück melden Sie an die Marktplätze 32, an den eigenen Shop 34. Liegen nur noch zwei Dosen frei, melden Sie an die Marktplätze 0, der Shop verkauft die beiden letzten. Ohne Puffer würden beide Wege 34 melden, und die letzten Stücke könnten zweimal verkauft werden, wenn eine App die neue Menge erst später übernimmt.

Wo Sie den Puffer einstellen, hängt vom Aufbau ab. Ist der Shopify-Shop die Mitte, kann der Shop selbst nicht für die Marktplätze weniger melden als für sich, denn die Apps übernehmen seine Menge. Der Puffer gehört dann in die Mengen- oder Bestandseinstellungen der jeweiligen Marktplatz-App. Sehen Sie in deren Doku nach, ob sie einen festen Abzug oder eine Höchstmenge je Artikel erlaubt. Bietet sie das nicht, lässt sich ein Puffer nur im führenden System setzen, wenn es die Menge je Verkaufsweg getrennt meldet.

  • Puffer immer vom freien Bestand abziehen, nicht vom Regalbestand, sonst zählen offene Bestellungen doppelt.
  • Puffer je Artikel festlegen, nicht pauschal für das ganze Sortiment.
  • Ergebnis nie unter 0 melden: Ein Puffer von zwei bei einem freien Stück ergibt 0, nicht minus eins.
  • Puffer regelmäßig prüfen: Verkauft sich ein Artikel auf dem Marktplatz kaum noch, ist der Puffer vielleicht der Grund.

Einstellungen im Shopify-Shop prüfen

Ist Ihr Shopify-Shop die Mitte, hängt alles an zwei Einstellungen je Variante. Erstens muss die Bestandsverfolgung eingeschaltet sein. Laut Shopify-Hilfe gilt ein Artikel nur dann als ausverkauft, wenn sein Bestand verfolgt wird und bei null oder darunter steht. Ohne Verfolgung ist er für den Shop nie ausverkauft.

Zweitens lässt sich je Produkt oder Variante „Weiterverkaufen, wenn nicht vorrätig“ einschalten. Das ist für Vorbestellungen gedacht. Bleibt es versehentlich an, verkauft der Shop über null hinaus, und je nach App übernimmt der Marktplatz eine Menge, die es nicht gibt. Gehen Sie beide Einstellungen einmal für das ganze Sortiment durch, am besten über eine Export-Datei, und danach für jeden neu angelegten Artikel.

Was ein Storno wegen fehlender Ware kostet

Ist ein Stück zweimal verkauft, bleibt meist nur das Storno einer Bestellung. Im eigenen Shop ist das ärgerlich, aber eine Sache zwischen Ihnen und dem Käufer. Auf Marktplätzen wird es gezählt. eBay etwa wertet es in seinem Grundsatz zu Verkäuferstandards auf ebay.de als Transaktionsmangel, wenn der Verkäufer einen Kauf unerwartet abbricht, ausdrücklich auch, weil der Artikel nicht mehr vorrätig war oder an eine andere Person verkauft wurde. Auch andere Marktplätze führen Kennzahlen zu Stornos durch den Verkäufer; die genauen Regeln stehen in den Richtlinien des jeweiligen Marktplatzes.

Dazu kommen Nachricht, Erstattung, unter Umständen eine schlechte Bewertung und die Suche nach der Bestellung, die storniert werden soll. Legen Sie dafür eine feste Regel fest:

  1. Bedienen Sie zuerst die Bestellung, die zuerst eingegangen ist.
  2. Prüfen Sie vor dem Storno, ob die Ware wirklich fehlt: Ein Blick ins Regal ist schneller als eine Entschuldigung, die nicht nötig war.
  3. Stornieren Sie auf dem Marktplatz mit dem passenden Grund und schreiben Sie dem Käufer eine kurze, ehrliche Nachricht.
  4. Suchen Sie danach die Ursache: Welche der vier Ursachen oben war es? Erst dann die Einstellung oder den Ablauf ändern.

Prüfliste für den laufenden Betrieb

Einmal eingerichtet, braucht der Abgleich wenig Pflege. Diese Punkte sollten Sie trotzdem regelmäßig ansehen, am besten jede Woche zur selben Zeit:

  • Stimmen Stichproben überein? Vergleichen Sie für fünf schnell drehende Artikel die Menge im führenden System mit der auf jedem Marktplatz.
  • Gibt es Artikel ohne Verbindung? Neu angelegte Varianten fehlen oft in einer Marktplatz-App und behalten dort ihre alte Menge.
  • Gab es Stornos wegen fehlender Ware? Jedes einzelne ist ein Hinweis auf eine Lücke.
  • Werden Retouren gebucht? Eine zurückgekommene, aber nicht gebuchte Ware fehlt im Angebot, eine gebuchte, aber beschädigte Ware wird verkauft, obwohl sie nicht versendet werden kann.
  • Läuft der regelmäßige Abgleich noch?

Häufige Fragen

Wie vermeide ich Überverkauf zwischen Shopify und Amazon?

Führen Sie die Menge an einem einzigen Ort, melden Sie nur den freien Bestand (Regal minus offene Bestellungen, nie unter 0) und ändern Sie Mengen nie direkt im Verkäuferkonto. Für schnell drehende Ware hilft ein kleiner Puffer, der dem eigenen Shop vorbehalten bleibt.

Welche Zahl soll ich an die Marktplätze melden?

Den Bestand im Regal minus die Ware in offenen, noch nicht versendeten Bestellungen aus jedem Verkaufsweg, abgerundet auf ganze Stück und nie unter 0. Mit Puffer ziehen Sie diesen zusätzlich vom freien Bestand ab.

Brauche ich einen Sicherheitspuffer?

Nicht immer. Bei Ware, die sich selten verkauft, kostet ein Puffer mehr Verkäufe, als er Stornos verhindert. Bei schnell drehender Ware, Einzelstücken und Marktplätzen, die Stornos streng werten, ist ein Puffer von ein oder zwei Stück oft sinnvoll.

Warum zeigt der Marktplatz eine andere Menge als mein Shop?

Meist überträgt die verbindende App mit Verzögerung, der Artikel ist in der App nicht verbunden, oder jemand hat die Menge direkt auf dem Marktplatz geändert. Ein regelmäßiger Abgleich mit dem führenden Bestand findet solche Abweichungen.

So gleicht Eilig den Bestand ab

Eilig ist der führende Bestand im Sinne dieses Artikels. Bestellungen von Amazon, eBay, Otto, TikTok Shop und TEMU kommen heute über Shopify-Apps (etwa magnalister) in Ihren Shopify-Shop und von dort in dieselbe Liste und Kommissionierung wie alle anderen. Direkt angebunden werden Amazon und eBay: Die Kontoverbindung ist gebaut, Bestellimport und Bestandsmeldung direkt vom Marktplatz folgen. Danach sind Otto, TikTok Shop und TEMU geplant, in dieser Reihenfolge. Eilig zieht offene Bestellungen vom Lagerbestand ab, meldet jede Buchung innerhalb weniger Minuten an Ihren Shopify-Shop, nie unter 0, und gleicht jede Nacht mit dem Shop ab. Mehrere Shopify-Shops laufen aus einem Bestand. Ganz ausschließen lässt sich ein Doppelverkauf nicht: Bis die Meldung im Shop ist, vergehen Minuten, und eine Marktplatz-App übernimmt sie danach in ihrem eigenen Takt.

Mehrere Verkaufskanäle, ein Bestand im Regal →

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