Bestand von Bundles und Sets richtig berechnen
Ein Set, eine Probierbox oder ein Bundle liegt nicht fertig im Regal. Im Regal liegen die Einzelsorten, aus denen es gepackt wird. Wie viele Sets Sie anbieten dürfen, ist deshalb keine Zahl, die Sie pflegen, sondern eine Rechnung. Dieser Artikel zeigt die Formel, ein Rechenbeispiel, den Umgang mit Ersatzsorten und offenen Bestellungen und die Fehler, die in der Praxis am häufigsten zu Überverkauf oder verschenktem Umsatz führen.
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Die Grundformel: Die knappste Zeile bestimmt
Jedes Set hat eine Stückliste: Sorte A zweimal, Sorte B einmal, Sorte C dreimal. Für jede Zeile dieser Liste fragen Sie, wie viele Sets diese eine Sorte allein hergibt. Dazu teilen Sie den verfügbaren Bestand der Sorte durch die Menge je Set und runden ab. Abrunden ist Pflicht: Ein halbes Set kann niemand versenden.
Die kleinste dieser Zahlen ist die Menge, die Sie für das Set anbieten können. Die übrigen Sorten reichen für mehr, aber ohne die knappste Sorte wird kein weiteres Set fertig. Diese Sorte nennt man die begrenzende Komponente. Sie zu kennen, ist mehr wert als die Zahl selbst: Wer nachbestellt, bestellt zuerst sie.
- Stückliste je Set festlegen: welche Sorte, wie viele Stück je Set.
- Verfügbaren Bestand je Sorte ermitteln (dazu unten mehr zu offenen Bestellungen).
- Je Zeile rechnen: verfügbarer Bestand geteilt durch Menge je Set, abgerundet.
- Das Minimum über alle Zeilen ist die Set-Menge.
- Ist das Ergebnis kleiner als 0, gilt 0. Ein negativer Wert gehört nie in den Shop.
Rechenbeispiel: Eine Probierbox mit drei Sorten
Eine Tee-Probierbox enthält zwei Beutel Pfefferminze, einen Beutel Rooibos und drei Beutel Kamille. Im Lager liegen 47 Beutel Pfefferminze, 31 Beutel Rooibos und 60 Beutel Kamille. Je Sorte gerechnet:
- Pfefferminze: 47 ÷ 2 = 23,5, abgerundet 23 Boxen
- Rooibos: 31 ÷ 1 = 31 Boxen
- Kamille: 60 ÷ 3 = 20 Boxen
- Ergebnis: 20 Boxen, begrenzt durch Kamille
Kamille begrenzt die Box. Obwohl von Rooibos mehr als 30 Boxen gingen, bieten Sie 20 an. Nach dem 20. Versand liegen noch 7 Beutel Pfefferminze und 11 Beutel Rooibos im Regal, Kamille ist leer. Diese Reste lassen sich als Einzelartikel verkaufen, aber nicht mehr als Box.
Dieselbe Sorte in mehreren Sets und als Einzelartikel
Selten steckt eine Sorte nur in einem Set. Pfefferminze ist vielleicht auch Teil einer Geschenkbox und wird zusätzlich einzeln verkauft. Dann teilen sich drei Angebote dieselben 47 Beutel. Jedes Angebot darf von denselben 47 Beuteln ausgehen, aber nur, wenn nach jedem Verkauf alle neu gerechnet werden. Zählen Sie die Set-Mengen zusammen oder lassen Sie nach einem Verkauf bei einem Angebot den alten Stand stehen, verkaufen Sie dieselbe Ware mehrfach.
Praktisch heißt das: Jede Bewegung einer Sorte ändert die Menge jedes Sets, in dem sie steckt. Wird ein Einzelbeutel verkauft, sinkt unter Umständen die Box-Menge, obwohl keine Box verkauft wurde. Deshalb muss die Rechnung nach jeder Buchung laufen, nicht einmal am Abend. Zwischen zwei Rechnungen ist das Angebot im Shop nur so gut wie die letzte Rechnung.
Eine Aufteilung von Hand (zehn Beutel für die Box, der Rest einzeln) wirkt sicherer, verschenkt aber Umsatz: Die reservierten Beutel liegen, während der Einzelartikel ausverkauft ist. Besser ist eine Rechnung, die immer vom gemeinsamen Bestand ausgeht.
Offene Bestellungen vorher abziehen
Der Bestand im Regal ist nicht der verfügbare Bestand. Zwischen Bestellung und Versand liegen Stunden oder Tage, in denen die Ware noch im Regal steht, aber schon verkauft ist. Rechnen Sie mit dem Regalbestand, bieten Sie diese Ware ein zweites Mal an.
Ziehen Sie deshalb vor der Set-Rechnung von jeder Sorte ab, was in offenen, noch nicht versendeten Bestellungen steckt. Bei Sets bedeutet das: Eine offene Bestellung über zwei Probierboxen bindet vier Beutel Pfefferminze, zwei Beutel Rooibos und sechs Beutel Kamille. Erst mit diesen Netto-Mengen rechnen Sie je Zeile.
Wichtig ist die Grenze zum Versand. Sobald eine Bestellung versendet und vom Bestand abgebucht ist, darf sie nicht mehr als offen zählen, sonst ziehen Sie dieselbe Ware zweimal ab und das Set erscheint knapper, als es ist.
Dasselbe gilt, wenn Sie mit der verfügbaren Menge aus Shopify rechnen. Laut Shopify-Hilfe zählt Ware in noch nicht erfüllten Bestellungen dort als „Zugesagt“ und ist in „Verfügbar“ schon nicht mehr enthalten. Ziehen Sie von dieser Zahl nur noch ab, was nicht als Bestellung im Shop ankommt.
Ersatzsorten: zusammenzählen, aber richtig runden
Viele Händler erlauben für eine Zeile eine Ersatzsorte: Ist Kamille leer, darf Fenchel in die Box. Dann zählt der Bestand der Ersatzsorte für diese Zeile mit. Offen ist nur, wie Sie runden, und das hängt davon ab, ob Sie in einer Box mischen.
Darf eine Zeile nur aus einer Sorte bestehen (drei Beutel Kamille oder drei Beutel Fenchel, nicht zwei und einer), rechnen Sie je Sorte abgerundet und addieren danach. Bei 5 Beuteln Kamille und 5 Beuteln Fenchel sind das 1 + 1 = 2 Boxen. Dürfen Sie mischen, addieren Sie zuerst und runden dann: 10 ÷ 3 = 3 Boxen. Wer mischt, muss beim Packen aber auch gemischt abbuchen.
Beim Versand gilt eine einfache Regel: Abgebucht wird die Sorte, die in der Box liegt, nicht die Sorte aus der Stückliste. Wer immer die Hauptsorte abbucht, obwohl Fenchel eingepackt wurde, hat nach einigen Wochen Kamille im System, die es nicht gibt, und zu viel Fenchel im Regal.
Beim Versand die Sorten abbuchen, nicht das Set
Ein häufiger Aufbau: Das Set ist ein eigener Artikel mit eigener Menge, und beim Versand wird diese Menge um eins verringert. Die Set-Menge sieht dann plausibel aus, die Einzelsorten aber laufen auseinander, weil ihr Abgang nirgends gebucht wird. Spätestens bei der Inventur fehlt Ware, und niemand weiß, wann sie verloren ging.
Richtig ist der umgekehrte Weg: Das Set hat keinen eigenen Bestand. Beim Versand werden die Sorten abgebucht, die gepackt wurden, und die Set-Menge ergibt sich danach neu aus der Rechnung. Eine Ausnahme sind vorgepackte Sets, die fertig im Regal liegen. Dann ist das Set für die vorgepackten Stücke tatsächlich ein eigener Artikel, und die Sorten wurden beim Vorpacken abgebucht.
Was Shopify selbst rechnet
Mit der App Shopify Bundles rechnet Shopify die Bundle-Menge ebenfalls aus den Komponenten. Laut Shopify-Hilfe bestimmt das Produkt mit dem niedrigsten Bestand, wie viele Bundles verkauft werden können. Zwei Einschränkungen aus derselben Hilfeseite sind für die Praxis wichtig: Eine Komponente, deren Bestand nicht verfolgt wird, fließt nicht in die Rechnung ein, und eine Komponente mit der Einstellung „Weiterverkaufen, wenn nicht vorrätig“ wird ebenfalls ignoriert. Ein Bundle kann dann verkäuflich bleiben, obwohl eine Sorte fehlt.
Außerdem sind Bundles laut Shopify nicht mit Kaufoptionen wie Abonnements oder Vorbestellungen kombinierbar. Prüfen Sie vor dem Start, ob jede Komponente Bestandsverfolgung hat und nicht über null hinaus verkauft werden darf. Ersatzsorten und offene Bestellungen anderer Verkaufswege, die nicht über Ihren Shop laufen, kennt diese Rechnung nicht.
Typische Fehler und wie Sie sie erkennen
Die meisten Probleme mit Set-Beständen entstehen nicht in der Formel, sondern in der Umgebung. Diese Fehler treten in der Praxis am häufigsten auf:
- Set-Menge von Hand gepflegt: Sie stimmt am Morgen und ist nach dem ersten Einzelverkauf zu hoch.
- Set statt Sorten abgebucht: Die Inventur zeigt Fehlmengen bei genau den Sorten, die in Sets stecken.
- Aufgerundet oder mit Kommazahlen gemeldet: Ein Shop rechnet mit ganzen Stück, ein halbes Set wird zu einem verkauften Set.
- Negativer Bestand gemeldet: Steht eine Sorte durch einen Buchungsfehler im Minus, muss das Set auf 0 stehen, nicht im Minus.
- Dieselbe Ware doppelt gezählt: Liegt ein Sechserpack als Ersatz in der Stückliste und stammt aus demselben Bestand wie die Einzeldose der Hauptzeile, dürfen beide nicht addiert werden.
- Rechnung nur nachts: Tagsüber verkauft der Shop Sets, deren Sorten am Vormittag schon weg waren.
So prüfen Sie Ihre Set-Menge
Ob einer dieser Fehler bei Ihnen vorliegt, zeigt ein kurzer Abgleich von Hand:
- Nehmen Sie sich ein Set und zählen Sie seine Sorten im Regal.
- Rechnen Sie die Set-Menge von Hand nach der Formel oben, abzüglich offener Bestellungen.
- Vergleichen Sie mit der Menge, die Ihr Shop gerade anzeigt.
- Weicht sie ab, suchen Sie die Ursache in der Liste oben, bevor Sie die Zahl korrigieren.
Tabelle, Shopify-App oder Lagersoftware?
Mit wenigen Sets, einem Verkaufsweg und ohne Ersatzsorten genügt oft die Rechnung in Shopify selbst, solange Bestandsverfolgung und Überverkaufsschutz an jeder Komponente stimmen. Eine Tabelle neben dem Shop taugt zum Nachrechnen, nicht zum Betrieb: Sie ist immer so alt wie ihre letzte Aktualisierung.
Sobald Sorten in mehreren Sets stecken, Ersatzsorten erlaubt sind oder dieselben Sets zusätzlich auf Marktplätzen verkauft werden, braucht die Rechnung drei Dinge, die eine Tabelle nicht leistet: Sie muss nach jeder Buchung laufen, offene Bestellungen aus jedem Verkaufsweg kennen und beim Versand die tatsächlich gepackte Sorte abbuchen. Das ist der Punkt, an dem sich eine Lagersoftware lohnt, die Sets aus Einzelsorten rechnet und das Ergebnis an den Shop meldet.
Häufige Fragen
Wie berechne ich den Bestand eines Bundles?
Für jede Sorte im Bundle teilen Sie den verfügbaren Bestand durch die Menge je Bundle und runden ab. Die kleinste dieser Zahlen ist die Bundle-Menge. Ist sie kleiner als 0, gilt 0.
Muss ich offene Bestellungen abziehen?
Ja. Ware aus offenen, noch nicht versendeten Bestellungen steht zwar im Regal, ist aber verkauft. Ziehen Sie sie je Sorte ab, bevor Sie die Bundle-Menge rechnen, sonst wird sie ein zweites Mal angeboten.
Was buche ich beim Versand eines Sets ab?
Die Sorten, die tatsächlich in der Box liegen, nicht das Set. Wurde eine Ersatzsorte gepackt, wird die Ersatzsorte abgebucht.
Wie zähle ich Ersatzsorten mit?
Darf eine Zeile nur aus einer Sorte bestehen, rechnen Sie je Sorte abgerundet und addieren danach. Dürfen Sie in einer Zeile mischen, addieren Sie die Bestände und runden einmal ab.
Warum ist mein Bundle in Shopify verkäuflich, obwohl eine Sorte fehlt?
Laut Shopify-Hilfe zählen Komponenten ohne Bestandsverfolgung oder mit erlaubtem Weiterverkauf bei 0 nicht zur Bundle-Rechnung. Prüfen Sie diese beiden Einstellungen an jeder Komponente.
So rechnet Eilig Sets und Boxen
Eilig rechnet die Box-Menge nach der Formel aus diesem Artikel aus den Einzelsorten: je Zeile abgerundet, die knappste Zeile bestimmt. Ersatzsorten rechnet Eilig auf zwei Arten. Ersetzt eine Sorte die ganze Zeile, wird je Sorte abgerundet und dann addiert. Bilden die Sorten einen gemischten Topf, wird erst addiert und dann abgerundet. Offene Bestellungen zieht Eilig vorher ab, meldet jede Buchung innerhalb weniger Minuten an Ihren Shopify-Shop, nie unter 0, und gleicht jede Nacht mit dem Shop ab. Beim Versand bucht Eilig die gepackte Sorte ab, nicht die Box: gescannt, sonst laut Bauliste, wenn die Sorte dort eindeutig ist.
Sets und Mystery-Boxen: Bestand aus den Sorten im Regal →Passt Eilig zu Ihrem Lager?
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